Mode und Lifestyle
Jeder kennt Sie, jeder hat schon von ihr gehört und sie schon gesehen und sehr viele folgen ihr. Der Mode! Sie ist heute allgegenwärtig und suggeriert uns unseren neusten Bedürfnisse, die es zu stillen gilt. Der im Deutschen weit bekannte Begriff Mode stammt aus der französischen Sprache und leitet sich vom lateinischen Wort Modus ab, was ins Deutsche übersetzt so viel wie „Art und Weise“ heißt. Dabei handelt es sich um den sich wandelnden Geschmack in den verschiedensten Lebensbereichen, der gleichermaßen von ästhetischen und moralischen Vorstellungen wissenschaftlich unter anderem wie vom gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang beeinflusst wird. Zunächst wurde der Begriff Mode im 17. Jahrhundert in der Bedeutung von „Art und Weise“, „Brauch“, „Sitte“ aus der französischen Sprache entlehnt, und umschrieb neu aufkommende, französisch beeinflusste Kleiderarten mit der Bezeichnung à la mode oder alamodisch. Heute hat Mode meist die Bedeutung von Art und Tages- bzw. Zeitgeschmack; das Neuste, Zeitgemäße.

Während die Kleidermode in den mittelalterlichen Gesellschaften bis in die beginnende Neuzeit auf die Zugehörigkeit zu einem gewissen Stand verwies (zum Beispiel die Kleiderordnung etc.), hat die Mode seit der Entwicklung der Industriegesellschaften ihre heutige Bedeutung als Mittel des sozialen Wettbewerbs breiter Schichten und der Schichtangehörigen untereinander gewonnen. Bestimmend für die Kleidermode wirkten lange Zeit die Zentren der politischen Macht: zunächst Burgund, in der Renaissance die Stadtstaaten im Norden von Italien, dann der spanische Hof und später gefolgt vom französischen Hof. Neben der von den Höfen ausgehenden und im wesentlichen nur für den Adel bestimmten Mode, zeigte sich mit dem Aufkommen des Bürgertums daneben eines zweite Modeströmung, die sich teils an die höfische Mode anlehnte, teils eigene Wege ging, wie zum Beispiel der zeitlose Klassizismus der englischen Prägung. Im 19. Jahrhundert entstand durch die fortschreitenden Industrialisierung, die Verfügbarkeit neuer Materialien und Farben sowie v.a. durch Einführung der Nähmaschine und mit ihr der Konfektionskleidung eine leistungsfähige Modeindustrie, deren Erzeugnisse immer breitere Schichten an der modischen Entwicklung teilhaben ließ. Gleichzeitig begünstigte der wachsende Wohlstand des Bürgertums die Ausbildung exklusiver Modezentren, die um die Jahrhundertmitte zur Begründung der Haut Couture durch C.F. Worth in Paris führte.

Im 20. Jahrhundert gewann die Mode vor allem durch Massenmedien wie spezielle Modezeitschriften und Werbung eine kaum noch begrenzte Breitenwirkung, unterstützt durch entsprechende Modenschauen für die unterschiedlichsten Zielgruppen. Das Durchsetzungsvermögen von Modeströmungen beruht darauf, dass eine Mode die von den sozialen Oberschichten – ihrem Bedürfnis nach Differenzierung und Exklusivität folgen – akzeptiert wird, von anderen Bevölkerungsschichten nachgeahmt und damit verbreitet wird.

Im Rahmen der modernen Konsum- und Überflussgesellschaften erweist sich Mode daher als Ausdruck sozialer Anpassung und Nivellierung. Insbesondere im Bereich der Kleidermode hat sich vor dem Hintergrund der einer liberalen Anschauung, derzufolge Chancengleichheit und Individualisierung gleichermaßen hoch bewertet werden, eine Spezialisierung (nach mehreren Altersklassen, Anlässen Tätigkeiten und vielem mehr) herausgebildet, die in Verbindung mit einer Überhöhung des „Neuen“ einen sehr kurzen Modezyklus hat entstehen lassen. Hiergegen und gegen den normierenden Charakter von Mode sind Antimoden entstanden, wie zum Beispiel die Jeansmode, um Protest und Differenzierung auszudrücken, die allerdings ihrerseits wieder zum Teil von der Modeindustrie aufgenommen und mit normierenden Charakter versehen wurde.